Boule

Manche mögen‘s heiß!

26. Juni 2026 | Von Stephan

Der Forderungskatalog war eindeutig: Drama, Emotionen, Leidenschaft und Niederlagen, aber natürlich auch Siege, hatte der Schreiber dieser Zeilen in der letzten Woche eingefordert. Was er und alle Spieler bekamen, war auf jeden Fall die große Hitze. Während auf der französischen Rheinseite, quasi im Mutterland unserer Sportart, alle Turniere aufgrund der Hitze vom Verband abgesagt wurden, wurde bei uns eifrig weitergespielt. Gut, wir in der Hardtliga müssen nicht in der Glut des Nachmittags antreten, sondern beginnen erst um 19 Uhr wenn das Schlimmste überstanden ist.

So hatten wir in der vergangenen Woche am Dienstag einen Doppelspieltag: Mannschaft Eins ein Heimspiel gegen den TSV Grünwinkel 2, Mannschaft Zwei hatte ein Auswärtsspiel beim Lichtbund Karlsruhe. Und am Folgetag durfte Mannschaft Zwei daheim gleich wieder in die Bütt und gegen den TSV Grünwinkel 1 antreten.

Vielleicht hatten die Rufe nach Spannung doch etwas geholfen, und Mannschaft Eins begnügte sich entgegen der Gewohnheit mit einem knappen Sieg. Nach den beiden klar gewonnenen Triplettes mussten sie bei den Doublettes zwei Spiele abgeben, aber so richtig knapp, obwohl hochklassig, war die Entscheidung bei keinem der Spiele. Die beste Idee des Spieltags war die Bereitstellung von zwei mit kaltem Wasser gefüllten Behältern, in denen die Spieler ihre Kappen, Shirts und Tücher tauchen konnten, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Ein verführerisches Angebot bekam Mannschaft Zwei von ihrem Gegner. Der Lichtbund aus Karlsruhe unterhält im Norden der Stadt ein riesiges Gelände mit Campingplatz, Schwimmbecken und zahlreichen Sportstätten für seine Mitglieder, allesamt Anhänger der Freikörperkultur. So hatte uns der Mannschaftsführer angesichts der Temperaturn angeboten, nach den Spielen ihr Schwimmbecken zu nutzen. Einzige Bedingung: die Nutzung hatte textilfrei zu erfolgen. Bämm! Das sorgte natürlich in unserer Chatgruppe für reichlich Aufregung. Was für eine Chance auf ein freizügiges Mannschaftsfoto. Leider, lieber Leser, müssen wir Sie enttäuschen. Wir verzichteten auf das Bad und ich glaube auch nicht, dass solch ein Mannschaftsbild durch die kritischen Augen im Bietigheimer Rathaus den Weg in den GAZ gefunden hätte. Das Spiel selbst fand in entspannter Atmosphäre statt. Wir gewannen beide Triplettes und wähnten uns dadurch in Sicherheit den Gesamtsieg zu erringen, bekamen dann allerdings bei den Doublettes keine Gastgeschenke mehr und mussten mit einer knappen Niederlage die Heimreise antreten.

Und am nächsten Tag ging es für Mannschaft Zwei gleich weiter. Ich glaube es lag an der Hitze: alle Spieler hatten auf Drama keine Lust mehr und bis auf ein Triplette gingen alle Spiele sehr eindeutig an uns (darunter zwei Fannys durch das Triplette aus Robert, Michael und Stephan und das Doublette mit Margret und Michael, der dadurch an diesem Tag keinen einzigen Punkt abgeben musste). Nur einer zeigte sich noch dem Drama verpflichtet und sorgte im Doublette mit seiner Partnerin Isabel für Spannung. Die Beiden, berühmt und berüchtigt für ihre lang andauernden Spiele, die die Geduld der Zuschauer entsprechend strapazieren können, sorgten dafür, dass die Partie erst um 22 Uhr ihr Ende fand.

Ein besonderer Dank geht an Hans-Jörg, der uns mit dem versorgte, was an so einem Tag am wichtigsten ist: ein leckeres Eis!

Text: Stephan
Bilder: Hans-Jörg

Ein paar Eindrücke

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