Boule

2 Welten

15. Juni 2026 | Von Stephan

Liebe Leser, wir laden Sie herzlich zu einem Bildvergleich ein. Betrachten Sie in Ruhe die beiden obigen Bilder und suchen Sie den Unterschied. Nun, werden Sie sagen, das ist doch offensichtlich. Das sind ganz andere Personen auf den Bildern. Richtig. Aber doch gibt es Gemeinsamkeiten. Natürlich die Trikots unserer Spieler mit der skizzierten Boulekugel. Selbstredend das Lächeln auf den Gesichtern und anzunehmen ist, dass die Bildakteure sich davor im Spiel gegenüberstanden. Doch es gibt gravierende, tieferliegende Unterschiede, die so nicht auf den Bildern erkennbar sind.

Die Geschichte hinter Bild 1 lautet so: Wer auf dem Bietigheimer Boulodrome spielt, wird von einer mehr oder minder melodischen Krächzmelodie begleitet. Dies sind nicht etwa Fans mit den berühmten Vuvuzelas – wir erinnern uns an vergangene Fußballweltmeisterschaften – sondern um ihren Nachwuchs besorgte schwarzgefiederte Saatkrähen, die in großer Anzahl die angrenzenden Platanen besiedeln. Der Sound ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und manch Spieler schaut in der Konzentrationsphase entnervt nach oben. Auf jeden Fall war es für unsere Gäste aus Malsch, Gegner im letzten Hinrundenspiel der Hardtliga, ungewohnt. Aber sicherlich nicht der Grund warum die Spieler der Kugelbeißer Malsch an diesem Abend eher zahnlos blieben und ihre Fähigkeiten nicht auf den Platz bringen konnten. Dagegen lief es bei unseren Spielern der Mannschaft 1 einfach rund; perfekt eingestellte Teams, dazu ein Quäntchen Glück, Sauschüsse und gnädige Hilfe des Gegners und die Überflieger der Staffel Süd sind mit einem überzeugenden Sieg dem Spitzenreiter aus Rastatt weiterhin dicht auf den Fersen.

Die Geschichte zu Bild 2: In Pfinztal-Berghausen sind es keine Platanen sondern blühende, einen angenehmen Duft verströmende Linden, die dem dortigen Bouleplatz einen besonderen Charme verleihen. Mannschaft 2 war bei den Nebenboulern Pfinztal zu Gast. Und die schlechte Nachricht zuerst: der an den Platz angrenzende Gastronomiebetrieb in einem von mächtigen Kastanien beschatteten Biergarten ist Geschichte, leider derzeit eine stagnierende Investitionsruine. Mit Wehmut blicken die Pfinztaler Spieler auf diese vergangene, damals perfekt passende Nachbarschaft zurück und müssen sich nun mit spärlicher, selbst erstellter Infrastruktur begnügen. Dem Vergnügen tat dies an diesem Abend aber keinen Abbruch, konnten sie doch ihr Spiel knapp aber verdient für sich entscheiden und wir mussten wie schon im letzten Heimspiel eine Niederlage mit nach Hause nehmen. Dies bedeutet auch, dass wir uns nach drei Spieltagen in der Tabelle am unteren Ende einsortiert sehen. Aber wie sagen unsere Platzpsychologen so schön: ‚Niederlagen stärken das Immunsystem‘.

Zurück zum Bildvergleich. Trotz des hohen Sieges wirken unsere Spieler auf Bild 1 eher verhalten. Ist es der Respekt vor den Verlierern? Auf diesem Bild schon, aber es gibt natürlich ein Bild der Mannschaft mit den entsprechenden Siegermoves. Siehe unten. Und Bild 2? Scheinbar lassen sich die Spieler von Mannschaft 2 auch durch Niederlagen nicht abschrecken und feiern zusammen mit dem Gegner einen unterhaltsamen Bouleabend. Die Spiele gehen weiter.

Impressionen

Text: Stephan
Bilder: Stephan und Hans-Jörg

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