Boule

Sommerblues

23. August 2026 | Von Stephan

Wenn die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt, das Thermometer ungeahnte Höhen erklimmt und die Vegetation auf Acker und Wiese so braun ist wie sonst nur unter mediterranen Klimabedingungen, dann, ja dann verziehen sich Menschen – sofern sie eine Wahl haben – in den nächstgelegenen Schatten, verbarrikadieren sich bei abgedunkelten Fenstern in ihren Wohnungen, vermeiden Bewegung und nutzen jede Möglichkeit, um ihre Körpertemperatur niedrig zu halten.

Leider haben nicht alle Menschen diese Möglichkeit und müssen sich berufsbedingt oder aus diversen anderen Gründen der erbarmungslosen Hitze stellen. Manche tun dies auch freiwillig. Dazu gehören die Freunde unserer Sportart. Denn Boule ist eigentlich qua Herkunft eine typische Sommersportart und damit ist der Sommer eben die Zeit der großen Bouleturniere. Gut, man könnte auch daheim im Schatten bleiben, aber wer der Leidenschaft für unseren Sport verfallen ist, für den ist dies keine Option.

Beim Blick in den Veranstaltungskalender der hiesigen Bouleverbände oder auf die Seiten der französischen Vereine zeigt sich schnell, dass es an jedem Wochenende möglich ist der Spielsucht nachzugeben. Und wir sind dabei. So auch am vergangenen 1. August bei einem Doublette-Turnier in Gambsheim, der „Challenge de Marie“. Sechs Spieler hatten sich aus unseren Reihen gemeldet und stellten sich vor Ort der Konkurrenz. Man musste dabei gewesen sein, denn gegenüber den sonstigen Gepflogenheiten erreichten die Daheimgebliebenen über die üblichen Kommunikationskanäle keine Ergebnismeldungen. Es herrschte regelrecht Funkstille. Auf Nachfrage kam dann eine spärliche Reaktion, die auf eine nur mäßige Erfolgsquote hinwies.

Sei‘s drum. Nächste Gelegenheit war am vergangenen Samstag das Murginsel-Turnier der Boulefreunde Gernsbach. Diesmal waren fünf Mannschaften von uns am Start, verstärkt noch durch ein Team mit Robert und seinem Partner, die für den Bouleclub Bietigheim antraten. Leider lief es wieder für alle eher suboptimal. Woran es lag? Also schieben wir es mal auf die starken Gegner: das Teilnehmerfeld war gespickt mit Lizenzspielern bis hinauf zu BaWü-Liga. Wer aber wirklich das Turnier gerockt hatte, waren Spieler aus Baccarat, der Partnerstadt Gernsbachs. Diese waren mit acht Mannschaften am Start und hatten Qualität ohne Ende zu bieten. Selbst BaWü-Ligaspieler hatten dem nichts entgegenzusetzen und so war das Endspiel des A-Finales eine rein französische Angelegenheit.

Wir handelten schlau, vermieden durch schlechte Ergebnisse die A-Finalgruppe und konnten uns somit ganz aufs B-Finale konzentrieren. Leider hatten wir die Rechnung ohne Michael und Herbert aus Hambrücken gemacht, die Achtel- (Isabel und Stephan), Viertel- (Hans-Jörg und Thorsten) und Halbfinale (Gudrun und Martin) gegen unsere Teams schadlos überstanden. Trotz der Niederlage im Halbfinale qualifizierten sich die beiden letztgenannten für das Spiel um Platz drei und konnten mit einem Sieg den Tag für sich zu einem erfreulichen Abschluss bringen.

Herbert und MIchael aus Hambrücken
Martin und Gudrun

Aber der Turniersommer rollt weiter, und wir werden – so oder so – gute oder schlechte Ergebnisse berichten, denn Spaß macht‘s alleweil! Ganz zum Schluss noch eine Randnotiz. Eigentlich wollten wir anlässlich der Turnierbesuche, die im letzten Jahr liebevoll gepflegte Tradition der „Boule und Bike“ Events wieder aufleben lassen, leider schlägt dies aus diversen Gründen momentan noch nicht so richtig durch. Immerhin schaffte es eine kleine Rumpftruppe den Weg nach Gernsbach mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Rumpfgruppe Boule und Bike

Text und Bilder: Stephan

1 Kommentar

  1. Herbert Kritzer 26.08.2026, 13:32

    Hallo Stephan,
    natürlich habe ich etwas gehofft und mit Zwingerauge nachgeschaut, ob die Bietigheimer eine storry zum Turnier in Gernsbach schreiben. Und es ist eine schöne Kurzgeschichte daraus geworden mit vielen Stimmungsbildern, die du aufgegriffen hast – meist ins positive Licht gerückt – ist der Weg doch oft auch steinig – das ist Boule!
    Schön, dass auch Michael und ich in deiner Geschichte einen Platz gefunden haben. Dafür ein herzliches Dankschön und viele Grüße aus Hambrücken
    Herbert

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