Es ist mittlerweile eine liebgewordene Tradition: das Nachtspiel. Und das geht so. Wenn der Tag vergangen ist, alles aufgegessen, alles aufgeräumt, aber die Weinflaschen noch nicht komplett geleert sind, sagt immer einer oder eine: „Machen wir noch ein Spiel?“ Und immer gibt es ein paar Spieler, die nur auf diese Frage gewartet haben und sich unter Bohei und Gelächter die Getränke schnappen, warme Jacken überwerfen, die schon eingepackten Kugeln hervorziehen und sich nochmal auf den Platz begeben. Und dann wird völlig losgelöst von Anspannung und Konzentration eine lockere Kugel geworfen und das ist dann eigentlich Boule pur.
Zurück auf Start. Unser alljährliches internes Super-Mêlée war angesagt. Die Abteilungsleitung hatte für beste Wetterbedingungen gesorgt. Die Spieler brachten Kuchen, Salate und Baguette (Dank an alle Spender) und um Punkt 14 Uhr standen 23 Spieler und eine Zuschauerin bereit. Nicht ganz passend für ein Doublette-Turnier, aber die intelligente Software kann alles. Fast. Kleines Durcheinander, einige Anläufe, aber dann konnte es losgehen, es war dann zwar eher ein Mixed Doublette/Triplette-Turnier, aber sei‘s drum, wir wollten Spaß haben und spielen.
Vier Spiele für jeden, immer wieder neue Partner, immer wieder neue Gegner. Es gab hochspannende ausgeglichene Spiele, aber auch kurze erbarmungslose Spielausgänge zu Null oder zu Eins. Und das Wichtigste, und darum sind wir von dieser Sportart so fasziniert: es gab zahlreiche faustdicke Überraschungen bei Spielen, wo man von außen betrachtet dachte „haja, das ist doch klar, wie das ausgeht“. Und das ist es eben nie!
Und eine solche Überraschung bot auch die Siegerehrung. Nicht mit auf‘s Treppchen durfte diesmal unsere Gudrun, die die letzten zwei Turniere souverän gewonnen hatte; es war ein Trio mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Besonders der dritte Platz, der von Hubert Schmidutz erobert wurde, sorgte bei allen, aber besonders bei ihm selbst für Erstaunen. Auf den ersten beiden Plätzen fanden sich auf einmal Stephan und Isabel wieder und konnten damit – ach, wie passend – den Gutschein für den Sieger mit nach Durmersheim nehmen.
Text: Stephan
Impressionen










Bilder: Elli und Hans-Jörg
