Falsch. Wasserboule muss es heißen. Und wer immer noch glaubt, Boule sei eine mediterrane Sportart, die unter Platanen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen gespielt wird, der war nicht dabei an diesem, wohl jetzt schon legendären Sonntag, dem 1. Advent.
Hatte uns doch tatsächlich der Wettergott einen richtigen Streich gespielt und eine fette Wolkenfront mitgebracht, die uns ohne Mitleid oder Nachsicht von früh morgens bis in die Abendstunden mit einem ausdauernden Fieselregen versorgte.
Aber wie immer gibt es auch in der dunkelsten Stunde Gutes in der Welt, denn, es war nicht kalt! Wir erinnern uns mit Grauen an ein Adventsturnier, das wir auf schockgefrostetem Boden austragen mussten. Zudem hatten wir vorgesorgt. Mehr oder minder dichte Partyzelte boten einen gewissen Regenschutz. Thorsten‘s Feuerfass sorgte im Freien für angewärmte Kugeln, im Vereinsheim hatte Andreas eine weitere Kugelanwärmstation aufgebaut und natürlich war es im Clubhaus mollig warm. Und Christine, Gudrun und Isabel hatten sich am Vortag mit Tannenreisig, Lichterketten und allerlei anderem geschmackvollen Schnickschnack ausgetobt und eine wunderschöne vorweihnachtliche Dekoration hingezaubert.
Noch der letzte Feinschliff am frühen Morgen: Aufbau des kalten Buffets, Kaffee kochen und natürlich das wichtigste Vorbereiten und Starten der Turnier-Software durch Hans-Jörg. Danach warteten wir gespannt auf das Starterfeld. Wer jetzt dachte, dass sich auch nur einer von den widrigen Umständen abhalten oder sich mit fadenscheinigen Ausreden dem nassen Diktat der Regenfront entziehen wollte, lag aber jetzt sowas von falsch.
Sie kamen alle! 24 Mannschaften (Doubletten), 48 Spielerinnen und Spieler waren da und füllten Platz und Clubhaus. Man fragt sich, was das ist, diese Faszination des Boulesports, dass sich auch bei diesen widrigen äußeren Umständen niemand abhalten ließ und bald flogen die Schweinchen durch die Luft und die Kugeln hinterher. Das Teilnehmerfeld war wie immer bunt gemischt und stand unter dem Motto: „Oberliga meets Hobby“.
Gespielt wurden vier Vorrunden im Schweizer System. Und es war auf manchen Plätzen wirklich wie Wasserboule, Pfütze an Pfütze, ein Ausweichen war kaum möglich. Aber daran allein lag es nicht, dass es wie immer einige faustdicke Überraschungen beim Ausgang der Spiele gab.
Schlussendlich konnten sich die besten acht Mannschaften für ein A- und ein B-Finale qualifizieren. Bemerkenswert, unsere Teams waren gut vertreten. Gudrun und Holger qualifizierten sich fürs A-Finale und konnten dort einen famosen dritten Platz belegen. Edeltraud und Franz sowie Margret und Michael kamen ins B-Finale, mussten dort dann aber gegeneinander um den Einzug ins Finale kämpfen. Nach dem wohl längsten Spiel des Tages schafften schlussendlich die Vorjahressieger Margret und Michael gegen ihre bärenstarken Kontrahenten aus Illingen den Endspieleinzug. Dort trafen sie auf Thomas und Justin aus Eggenstein, konnten vor der letzten Aufnahme auf 10 zu 9 für sich stellen, verzockten sich aber leider in der letzten Aufnahme und der Oberliga-Routinier Thomas buchte mit einem Eisenschuß vier Punkte und den Sieg.
Das A-Finale war international, Heidi und Thomas aus Beinheim, Elsass trafen auf Heiko und Sohn aus Karlsruhe. Letztere waren bis dato unbesiegt durch das Turnier marschiert, konnten aber dann ausgerechnet im Endspiel ihr gutes Niveau nicht halten und mussten sich dort vor allem der unheimlich konstanten Legerin Heidi, aber auch den effizienten Schüssen ihres Partners Thomas beugen.
Und „quelle surprise!“ – pünktlich zu diesem Endspiel schloss der Himmel die Pforten und behielt sein Restwasser für sich.
An dieser Stelle natürlich ein großes Dankeschön, vor allem ans Thekenteam Claudia, Isabel, Barbara und Hubert, die für einen reibungslosen Ablauf des Betriebssystems sorgten, an alle Speisenspender, Helfer und last but not least an alle Akteure auf dem Platz für ihre mitgebrachte und angesichts der Umstände dringend gebrauchten guten Laune. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.
Impressionen












Text: Stephan
Bilder: Stephan, Holger, Hans-Jörg
