Joëlle, Jean-Paul, Carlo und Pascal. Die vier französischen Boulespieler waren erstaunt. Erstaunt darüber, dass auf ihrem Bouleplatz, dem „Place du Château“ in Lauterbourg am vergangenen Freitag Nachmittag schon eifrig Boule gespielt wurde. Was war passiert? Unser umtriebiger Eventmanager Franz hatte auf einer seiner sommerlichen Motorradtouren in Lauterbourg Rast eingelegt und dabei diesen Platz entdeckt. Seither schwärmte er uns von der Örtlichkeit vor. Und er hatte Recht. Bestanden von sehr alten Platanen mit typischer französischer Kronenform, fühlte man sich auf dem Platz fast wie in Südfrankreich. Ok, die Sonne und die Temperaturen waren nicht ganz passend an diesem Tag, aber dennoch.
Auf jeden Fall war das Ambiente für Franz Anlass genug, um eine dritte Boule und Bike Tour zu planen. Gesagt, getan. Am frühen Feiertag Morgen überquerten wir mit der Rheinfähre „Baden-Pfalz“ den Rhein, von hier ging es weiter über Berg nach Lauterbourg. Da Frankreich für Genuss und Lebensfreude steht, kehrten wir erstmal in die „Boulangerie-Pâtisserie-Salon de Thé Cultures Graines“ zum Kaffee und einem kleinen Snack ein. Wie gut, dass es dann nach 12 Uhr war und das „Maison de la Presse FETSCH“ gerade Mittagspause hatte, sonst wären wir möglicherweise beim örtlichen Händler für Boulekugeln und -bedarf hängen geblieben. So blieb es bei einem kurzen Blick in die Auslage und es ging sofort weiter zum Bouleplatz.
Dort angekommen flogen auch bald die Kugeln und schau an, so nach und nach gesellten sich die oben genannten Boulespieler dazu. Leicht war der Kontakt hergestellt – für den Austausch in der Landessprache sorgten Isabel und Thierno – der Rest ging mit Badisch und Elsässisch und wir hatten einige spannende und unterhaltsame Partien mit den Lokalmatadoren.
Leider war unser Zeitplan eng gestrickt, waren wir doch schon für 16 Uhr im Restaurant „A La Charrue“ zum Flammkuchen essen eingebucht.

Tja, und wenn man halt mal gemütlich zusammen sitzt geht’s doch immer länger wie gedacht, und der Fahrplan der Neuburger Fähre kannte kein Erbarmen! So mussten wir den Heimweg über die längere Strecke nach Seltz nehmen. Hier kamen wir schon bei einbrechender Dunkelheit an der Rheinfähre „Saletio“ an. Diese fuhr dann auch noch für uns und mit den letzten mobilisierten Kräften erreichten wir, auch ohne größere Unfälle, das Ziel eines jeden, nämlich das heimische Sofa. Sollte uns der Oktober nicht im Stich lassen (Stichwort „Goldener Oktober“) wird es möglicherweise noch zu einer vierten Boule und Bike Tour kommen. Wir sind gespannt.
