Da hat er sich wieder ganz was Feines ausgedacht, unser Eventmanager Franz. Diesmal hatte er das Boulen und das Biken, sprich Fahrradfahren, um eine dritte Disziplin erweitert. Aber dazu später mehr. Wie schon beim ersten Boule und Bike Event ging es wieder auf die andere Rheinseite zu unseren französischen Nachbarn. Und wie beim ersten Mal nutzte er die Gelegenheit eines französischen Feiertags, diesmal aber einer mit religiösem Hintergrund: Maria Himmelfahrt am 15. August; dieser wird auf unserer Rheinseite nur noch in Bayern als gesetzlicher Feiertag geführt. Wir erinnern uns, die erste Tour führte uns am französischen Nationalfeiertag nach Beinheim (siehe GAZ Artikel der KW 30).
Der Tag begann für die Teilnehmer früh, waren doch für manche über 30 Kilometer (Margret), für alle anderen nicht viel weniger, zu bewältigen. Einbestellt waren wir auf 7 Uhr 30 in Illingen, um pünktlich zu Turnierbeginn um 9 Uhr am Veranstaltungsort einzutreffen. Es ging nach Roeschwoog. Am dortigen Campingplatz Staedly war ein Turnier für Triplettes ausgeschrieben. Von uns waren drei Mannschaften (Gudrun, Edeltraud und Franz; Margret, Christine und Michael und das reine Männerteam Olaf, Hans-Jörg und Stephan) am Start. Und dank der kundigen Führung über Hochwasserdämme und Rheinbrücke durch Franz und einem selbsternannten Tempomacher war eine zeitliche Punktlandung garantiert.
Wir wussten es schon vorher, der Tag bot Sonne satt. Es war der heißeste Tag der vergangenen Tropenwoche und natürlich gab es keinen Fetzen Schatten auf dem Boulodrome. Das hieß Schwitzen, das hieß Trinken und das in Dauerschleife. Entsprechend war der männliche Teil der einheimischen Spieler mit freiem Oberkörper zu Gange (wir prüden Deutschen natürlich nicht). Die angetretenen Mannschaften wurden in zwei Blöcke à 6 Mannschaften aufgeteilt, und mit einem mehr oder minder eingehaltenen Zeitlimit waren fünf Spiele bis zur obligatorischen Mittagspause (wir sind in Frankreich!) zu absolvieren. Aufgrund der lässigen und etwas undurchsichtigen Ergebnisdarstellung war es für unsere Mannschaften beim Mittagessen bei einem durchaus bemühten Italiener nicht klar, ob es nachmittags mit den angesetzten Finalspielen weitergehen wird oder ob wir gleich die Heimreise antreten können.
Aber zum Erstaunen aller, unsere Männermannschaft hatte es tatsächlich geschafft, sich mit ihren drei Siegen aus der Vorrunde für die Finalspiele zu qualifizieren. Das Thermometer näherte sich nachmittags bedrohlich der 35 Grad-Marke und es waren noch drei Spiele, diesmal ohne Zeitlimit, durchzuschwitzen. Und man weiß nicht genau, was in den von der Sonne durchglühten Köpfen unseres Teams vorging, ein kleiner Punktvorteil und Zack! war das Endspiel gebucht. Dort warteten dann schwergewichtige Kaliber (siehe Bild) auf uns.
Bobo, der schlanke Leger, Cyrill „Un“, der jungdynamische Tireur und Cyrill „Deux“ auch „le ventre“ genannt, der versuchte mit seinen Hochportées die Sonne zu verdunkeln. Wir waren nah dran am Sieg. Aber schlussendlich mussten wir uns, trotz einer zwischenzeitlichen Führung, der spielerischen und vor allem körperlich weit überlegenen Manpower der Franzosen geschlagen geben.
Wie immer kommt das Beste zum Schluss. Franz hatte vorgesorgt, die dritte Disziplin war ein erfrischendes Bad im am Campingplatz liegenden See. Was für eine Wohltat! Also heißt es künftig Boule, Bike und Bad. Wir sind gespannt, ob Franz diese hoch angesetzte Messlatte beim nächsten Mal noch toppen kann. Über die doch strapaziöse Heimfahrt und den vergeblichen Versuch irgendwo einen Flammkuchen zu ergattern legen wir das Tuch des Schweigens. Aber was wäre ein Abschluss ohne den obligatorischen eisgekühlten Rosé. Zu verdanken haben wir dies unserer Stellvertretenden Abteilungsleiterin Isabel, die uns bei flugs besorgten Merguez, gegrilltem Schafskäse und Produkten aus dem eigenen Garten auf ihrer Terrasse verwöhnte. Wieder ein gelungener Tag!
Text: Stephan
Bilder: Gudrung, Hans-Jörg und ein netter Elsässer





